Hengst, Deiweg 2 [1]

1952
Hof Hengst

Der Hengsthof, der auch in den Steuerlisten kontinuierlich diesen Namen führt, gehörte dem Conrad Klepping und später der Familie von Berswordt als Erbherren. 1779 wurde er an Stadtpräsident Regenhertz verkauft (Marga Koske).

Marga Koske ist in ihren Ausführungen über Meiningsen [2] der Auffassung, daß der Hengsthof eine der vier Stellen gewesen ist, die 1313 in Lehensbüchern der Herren von Volmarstein als zur curia Rienhof gehörig erwähnt werden. Marga Koske kommt besonders deshalb zu diesem Ergebnis, weil der nahezu geschlossene Besitz des Hengsthofes in alten Urkatasterkarten wie herausgeschnitten aus den Ländereien des Rienhofs erscheint.

Im Jahre 1685 ist im Bördekataster [3] die genutzte Ackerfläche des Hofes Hengst mit 45 ½ Morgen (Soester Morgen) verzeichnet. Heute werden auf dem Hof Hengst 24 ha bewirtschaftet. Eigentümer ist Dieter Teimann genannt Hengst (geb. 1948). Er ist verheiratet mit Sabine geb. Bömer (geb. 1954).

27.02.1999
Hof Hengst (Foto von Dela Risse)

Die Familie bewirtschaftet im Vollerwerb 100 ha Ackerfläche. Dazu gehört außer Pachtland auch der Hof Bömer auf der Wierlauke, den die junge Familie Hengst als Wohnsitz gewählt hat.

19.02.2000
Torbalken auf dem Hof Hengst
Text: "Anno 1798 D. 22. MAI hat der Herr STADTSPRÄSIDENT REGENMERTZ dieses Haus mit ... der
Eheleute WILHELM HENGST u. ELIESABET KOCKEL bauen lassen durch JOSEPH LOHAGEN. Seit fromm
und ... und ... der Hilfe
... Gottes ... Segen ... das ist und bleibt mein Wille"

Ein wichtiges Standbein des landwirtschaftlichen Betriebes Wierlauke ist die Schweinemast. Auf dem Acker werden Getreide und Hackfrüchte angebaut.

Aus der Ehe von Dieter und Sabine Hengst sind drei Kinder hervorgegangen: Ria (geb.1981), Jana (geb. 1982) und Axel (geb. 1987).

Sabine Hengst gehört zu den jungen Landfrauen, die wegen der Strukturveränderungen in der Landwirtschaft neue Wege beschreiten. Sie erhielt kürzlich durch Ausbildung das entsprechende Rüstzeug, um Gäste, besonders der Region Möhnesee, zu führen und ihnen unsere Landschaft und Geschichte und vielleicht auch die Probleme unserer Landwirtschaft näherzubringen.

In der Vorgeneration wurde der Hengsthof in Meiningsen von Dietrich Teimann genannt Hengst (1902-1994) und Ida geb. Wolters (geb. 1912) bewirtschaftet. Dietrich Hengst war ein großer Pferdeliebhaber, der auch jungen Reitern mit Rat und Tat zur Seite stand. Er gehörte im Jahr 1926 zu den Gründungsmitgliedern des Reit- und Fahrvereins Ostönnen. Heute lebt Ida Hengst als Witwe auf dem Hof.


Hof Hengst (Foto von Dela Risse)

Stallungen und Weiden sind seit Jahren zur Pensionspferdehaltung genutzt. Eine Hofscheune wurde zu Mietwohnungen ausgebaut und ein Bauplatz an Familie Prof. Dr. Albrecht Schneider verkauft. Hier entstand am Ortsrand ein komfortables Wohnhaus mit Stallungen und Weideflächen, um Pferde zu züchten.

Juni 1999
Haus Prof. Dr. Albrecht Schneider (Foto von Dela Risse)

Quelle

  1. Risse, Dela: Meiningsen: Gestern und heute. Siehe Literaturverzeichnis.
  2. Koske, Marga: Meiningsen: Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Soester Börde. Seite 13. Siehe Literaturverzeichnis.
  3. Koske, Marga: Das Bördekataster von 1685. Siehe Literaturverzeichnis.