Bau- und Möbelschreinerei Heinrich Beimann [1]


Haus Beimann im "Grandweg", Meiningserbauer. (Foto von H. Beimann)

Der Gründer war Heinrich Beimann (1863-1943) aus Deiringsen, verheiratet mit Elisabeth Lisette Schümer (1868-1957) aus Meiningsen.

Nach der Eheschließung im Mai 1889 kauften sie ein kleines Fachwerkhaus in der Meiningserbauer im Grandweg (heute Köchlingser Weg) und bauten ein Nebengebäude zu einer Schreinerwerkstatt aus.

Sie bekamen drei Kinder: Minna (1890-1965), sie verzog später nach Schwelm, ist aber in Meiningsen beerdigt, Emma (1893-1976), wurde Post-Emma genannt, Heinrich (1906-1944).

Mein Vater Heinrich erlernte auch Bau- und Möbelschreiner und kaufte 1928 zusammen mit seinem Vater das größere Anwesen Hewingser Weg 31a (heute Hewingser Weg 27). Die Werkstatt wurde jetzt auch mit Kreissäge und Hobelmaschine, natürlich elektrisch, ausgestattet. Dazu übernahm Heinrich sen. die Poststelle und hatte dadurch das erste Telefon im Ort. Tochter Emma trug die Post aus. Es war selbstverständlich, dass telefonische Nachrichten oder Telegramme auch noch am späten Abend überbracht wurden, d. h. zu Fuß bis Gut Wierlauke (heute Möhnesee-Theiningsen) bei Regen und Schnee.

1933 heiratete der Sohn Heinrich die Tochter Emma (1912-1981) des Maurermeisters Gustav Haverland.

Sie bekamen drei Kinder:

1936 Manfred, der auch Schreinermeister wurde und heute in Brilon lebt;

1938 Helga (ich) wohnt in Soest und nahm später Mutter und Tante zu sich; 1944 Renate, die aber 1945 verstarb. Der Trauerzug zum Friedhof Meiningsen musste damals vor Tieffliegern Deckung suchen.

Am 29.11.1943 verstarb der Gründer des kleinen Betriebes, die Poststelle wurde ab 1944 von meiner Mutter Emma Beimann übernommen (bis 1972).

Am 1.11.1944 fiel mein Vater Heinrich Beimann in Arzey/Frankreich. So war die Schreinerei verwaist.

Nach Kriegsende, im Herbst 1945, kam dann Josef (Jupp) Heuser aus Wuppertal-Barmen und übernahm die Werkstatt. Zu Weihnachten holte er dann auch seine Familie aus Thüringen nach Meiningserbauer. Ehefrau Elisabeth, die später in Soest als Stadtführerin bekannt war, Sohn Hans Götz, der bei Fuisting in Soest auch das Schreinerhandwerk erlernte und Schwester Franziska, die bei der Saline Bad Sassendorf arbeitete.

Sowohl Manfred Beimann als auch Götz Heuser arbeiteten eine Zeit lang in der Schreinerei mit. Im Juli 1967 verstarb Jupp Heuser plötzlich infolge eines Herzinfarktes. Kurz danach wurde die Schreinerei aufgelöst. Im Sommer 1972 wurde auch die Poststelle wegrationalisiert, danach das ganze Anwesen verkauft.

[Anmerkung: Franz Lenze auf der Meiningserbauer erinnert sich an das Dreirad-Auto, mit dem Jupp Heuser seine Kunden besuchte. Hinten auf der Pritsche konnte er Werkzeug, Holz und angefertigte Möbel transportieren. So manche Kücheneinrichtung hat Jupp Heuser nach Vorgabe und Maß fachmännisch für seine Kundschaft angefertigt.]


Familie Beimann im Garten. (Foto von Helga Feldmann)
Vordere Reihe v. l. Heinrich Beimann, Emma Beimann geb. Her, Verwandter, Verwandte.
2. Reihe v. l. Emma Beimann, Heinrich Beimann sen., Elisabeth Beimann.

Quelle

  1. Helga Feldmann, geb. Beimann in:
    Dela Risse
    : Meiningsen im Wandel der Zeit. Meiningsen 2001, S. 125ff. Siehe Literaturverzeichnis.