Bau und Einweihung des Ehrenmals [1]

Bau des Kriegerdenkmals1921

Letzte Arbeiten am Ehrenmal. (Foto von Stefanie Bals)
Mitte: Pastor Raabe, links davon Wilhelm Blumendeller, 3. v. r. Heinrich Woesthoff.

In der Zeit von 1897-1968 ist in der Meiningser Schule von den jeweiligen Lehrern eine Schulchronik in gestochen sauberer Sütterlinschrift fortgeschrieben worden. Im folgenden Beitrag wird aus dieser Quelle zitiert [1].

Kriegerdenkmal Meiningsen1921

Das für die Einweihung 1921 geschmückte Ehrenmal. (Foto von Diethelm Isaak)

"Am 10. September 1921 fand die feierliche Einweihung des Denkmals zur Ehrung der Gefallenen im Weltkriege 1914/18 statt. [Anmerkung: unter dem linken Stahlhelm soll eine Ehrenurkunde eingemauert worden sein [2].] Die ganze Gemeinde nahm an der Feier teil, die nachmittags ½ 3 Uhr ihren Anfang nahm.

Einweihung des Kriegerdenkmals10.09.1921

Gedichtvortrag von Emmi Linnhoff anlässlich der Einweihung des Ehrenmals. (Foto von Diethelm Isaak)

Nach einem gemeinsamen Lied sprach Fräulein Marie Bals einen Vorspruch, worauf ein gemischter Chor, bestehend aus Schulkindern und Männern, das Volkslied 'Morgenrot leuchtest mir zum frühen Tod' sang. Die Leitung des Chors hatte der Lehrer Gerke übernommen. Fräulein Emmi Linnhoff gedachte der gefallenen Helden durch Vortrag eines Gedichtes.

Einweihung des Kriegerdenkmals10.09.1921

Einweihung des Kriegerdenkmals. (Foto von Diethelm Isaak)

Darauf ergriff Pfr. Raabe zu seiner Weiherede das Wort. Nach Schluß seiner Ausführungen legten die Vereine der Gemeinde: Krieger-, Schützenverein und Feuerwehr Kränze zu Ehren der Gefallenen am Denkmal nieder. Es wurden noch mehrere Gedichtsvorträge und Gesangsdarbietungen des gemischten Chors zu Gehör gebracht. Dann fand am Denkmal eine Parade statt, worauf zum Festplatz abmarschiert wurde.

Dort versammelten sich die Mitglieder der Gemeinde zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Während desselben wurden noch einige Gedichte gesprochen und der gemischte Chor sang das Lied: "Ich hab mich ergeben". In einer längeren Ansprache ermahnte Lehrer Gerke die Anwesenden, alle Kräfte nach dem verlorenen Krieg für den Aufbau des Vaterlandes daranzusetzen. Mit den beiden gemeinsam gesungenen Schlußstrophen : 'Wohl dir, du Kind der Treue' und 'Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unserer Not', des Liedes 'Befiehl du deine Wege', wurde die schöne und denkwürdige Feier geschlossen."

10.09.1921

Festfolge zur Denkmalseinweihung in Meiningsen [3].

"Festfolge zur Denkmalseinweihung in Meiningsen am Samstag, den 10. Sept. 1921, nachmittags ½3 Uhr.

  1. Gemeinsames Lied: Edlen Samen tragen wir (Wortlaut umseitig)
  2. Vorspruch: Marie Bals
  3. Gem. Chor: Morgenrot leuchtest mir zum frühen Tod
  4. Gedicht: Unseren gefallenen Helden Marie Linnhoff
  5. Weihrede Pfr. Raabe
  6. Gemeinsames Lied: O, wie selig seid ihr doch ihr Frommen Str. 1-4
  7. Gedicht: Bitte der Gefallenen Anna Sievert.
  8. Gem. Chor: Wie sie so sanft ruhn, alle die Seligen
  9. Kranzniederlegung.
  10. Gesang d. Kameraden: Ich hatt‘ einen Kameraden.
  11. Gedicht: Botschaft der seligen Toten Maria Gerke
  12. Parade u. Abmarsch zum Festplatz
  13. Gemeinsames Kaffetrinken
  14. Gedicht: Was schmied‘st du, Schmied? Heinr. Linnhoff
  15. Ansprache: Lehrer Gerke.
  16. Gedicht: Mein Vaterland! Henny Kortmann.
  17. Gem. Chor: Ich hab‘ mich ergeben.
  18. Ansprache, dann gemeins. Schlußlied: Nr. 373, Str. 11 u. 12"

Einweihung des Kriegerdenkmals10.09.1921

Einweihung des Kriegerdenkmals. (Foto von Diethelm Isaak)

Einweihung des Kriegerdenkmals10.09.1921

Schulchor und Gesangverein bei der Einweihung des Ehrenmals 1921. (Foto von Walter Brügger)

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Ehrenmal auf die Gefallenen beider Weltkriege umgewidmet und entsprechend baulich verändert. Dokumente?

Das Ehrenmal heute.

Quellen

  1. Dela Risse: Meiningsen im Wandel der Zeit. Meiningsen 2001. Siehe Literaturverzeichnis.
  2. Schulchronik von Meiningsen, 1897- 1968. Kopie im Stadtarchiv Soest, Ea 11416.
  3. Nach Auskunft von Franz Lenze, Meiningserbauer.
  4. Schulchronik von Meiningsen, 1897-1968. Kopie im Stadtarchiv Soest, Ea 11416.